Anlage 5 FSPersAV — (zu § 33 Abs. 1 und 3, § 34 Abs. 3, § 35 Abs. 3)Grundlegende Ausbildung für Flugsicherungsbetriebspersonal nach § 1 Nr. 2

(Fundstelle: BGBl. I 2008, 1963 - 1968)

1.

Abfolge der Ausbildungskurse

In der grundlegenden Ausbildung für Flugsicherungsbetriebspersonal in den Verwendungsbereichen nach § 1 Nr. 2 sind jeweils folgende Ausbildungskurse in der nachfolgend angegebenen Reihenfolge erfolgreich zu durchlaufen:

a)

im Verwendungsbereich Flugdatenbearbeitung in der Flugverkehrskontrolle:

Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten,

Erlaubniskurs für Flugdatenbearbeitung;

für den Erwerb der Berechtigung Platzkoordination zusätzlich:

Ergänzungskurs für Platzkoordination;

b)

im Verwendungsbereich Fluginformationsdienst:

Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten,

Erlaubniskurs für Fluginformationsdienst;

c)

im Verwendungsbereich Flugberatung:

Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten,

Erlaubniskurs für Flugberatung.

2.

Ausbildungsziele, Ausbildungsinhalte, Leistungsnachweise, Nachweis der Sprachkompetenz

2.1

Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten

a)

Ausbildungsziele

Nach dem Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten

verstehen die Teilnehmer die grundsätzlichen Anforderungen an die Organisation, Funktionen und Verfahren der Flugsicherungsdienste;

besitzen die Teilnehmer ein grundsätzliches Verständnis für Flüge nach Sicht- und Instrumentenflugregeln und deren grundlegende Anforderungen an die Flugsicherung;

kennen die Teilnehmer nationale und internationale Luftfahrtorganisationen und können deren Aufgaben allgemein beschreiben;

verfügen die Teilnehmer über Grundkenntnisse in deutscher und englischer Luftfahrtterminologie und in Sprechfunkverfahren für den Flugfunkdienst;

verfügen die Teilnehmer über das Wissen, die Fertigkeiten und die Verhaltensweisen, um mit einem der folgenden weiterführenden Ausbildungskurse für die Flugverkehrsmanagement-Spezialisten zu beginnen:

Erlaubniskurs für Flugdatenbearbeitung,

Erlaubniskurs für Fluginformationsdienst,

Erlaubniskurs für Flugberatung.

b)

Ausbildungsinhalte (Wesentliche Themengebiete)

Einführung in den Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten,  insbesondere:

Kursmanagement und -verwaltung

Kursinhalte

Leistungsbeurteilungen

Einführung in das Flugsicherungsunternehmen DFS, insbesondere:

Aufgaben und Organisation der DFS

Personal

Rechtliche Grundlagen der Tätigkeit

Menschliche Faktoren, insbesondere:

Menschliche Leistung

Fehler und Versagen

Kommunikation

Arbeitsumfeld

Luftrecht, insbesondere:

Nationale und internationale Organisationen

Nationales und internationales Luftrecht

Sicherheitsmanagement

Flugsicherungsbetriebsverfahren, insbesondere:

Flugverkehrskontrolldienst

Fluginformationsdienst

Flugalarmdienst

Flugberatungsdienst

Verkehrsflussregelung

Wetterkunde, insbesondere:

Erdatmosphäre

Wettererscheinungen

Wetterinformationen

Wettermeldungen

Navigation, insbesondere:

Erde

Luftfahrtkarten

Grundlagen der Navigation

Navigationsverfahren

Luftfahrzeuge und Luftfahrtkunde, insbesondere:

Grundprinzipien des Fliegens

Luftfahrzeugkategorien

Luftfahrzeugdaten

Technische Flugsicherungssysteme, insbesondere:

Funk- und Kommunikationssysteme

Einführung in die elektronische Luftverkehrsdarstellung

Datenverarbeitungs- und -übertragungssysteme

Flugfunkdienst, insbesondere:

Grundlagen

Sprechgruppen

Luftfahrtenglisch, insbesondere:

Grammatik

Luftfahrtspezifisches Vokabular

Praktische Anwendungen

Praktische Flugdatenbearbeitung, insbesondere:

Flugpläne

Flugverkehrskontrollmeldungen

Nachrichten für Luftfahrer

Flugverlaufsdaten

Automatisierung

Betriebliches Umfeld

c)

Leistungsnachweise

Die Kursteilnehmer haben während des Grundkurses für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten einen mündlichen Leistungsnachweis mit einer Dauer von mindestens 15, höchstens 20 Minuten im Themengebiet „Luftfahrtenglisch“ und drei schriftliche Leistungsnachweise mit einer Dauer von jeweils 180 Minuten in den weiteren unter Buchstabe b aufgeführten Themengebieten zu erbringen.

2.2

Erlaubniskurs für Flugdatenbearbeitung

a)

Ausbildungsziele

Nach dem Erlaubniskurs für Flugdatenbearbeitung

verfügen die Teilnehmer über die Fertigkeiten zum Umgang mit den im Flugsicherungsunternehmen verwendeten Flugdatenverarbeitungssystemen und können Flugplan- und Flugverlaufsdaten im Rahmen ihrer Aufgaben richtig bearbeiten und aktualisieren;

besitzen die Teilnehmer die notwendigen Fertigkeiten zur Ausübung funktionsbezogener Kommunikation;

verfügen die Teilnehmer über das Wissen, die Fertigkeiten und die Verhaltensweisen, um mit der betrieblichen Ausbildung im Verwendungsbereich Flugdatenbearbeitung zu beginnen.

b)

Ausbildungsinhalte (Wesentliche Themengebiete)

Einführung in den Erlaubniskurs für Flugdatenbearbeitung, insbesondere:

Kursmanagement und -verwaltung

Kursinhalte

Leistungsbeurteilungen

Menschliche Faktoren, insbesondere:

Psychologische Faktoren

Medizinische und physiologische Faktoren

Soziale und organisatorische Faktoren

Stress

Menschliches Versagen

Arbeitsumfeld

Betriebsverfahren in der Flugdatenbearbeitung, insbesondere:

Regelungen zur Flugdatenbearbeitung

Betriebsanweisungen für Arbeitsplätze der Flugdatenbearbeitung

Flugverkehrsmanagement

Datenmanagement

Automatisierte Datenverarbeitungssysteme

Technische Komponenten und Funktionalitäten

Kommunikationssysteme

Sprechverfahren in der Flugdatenbearbeitung

Praktische Flugdatenbearbeitung, insbesondere:

Fertigkeiten in der Flugdatenbearbeitung

Umgang mit Systemen am Arbeitsplatz der Flugdatenbearbeitung

Flugdatenbearbeitung in außergewöhnlichen Situationen

c)

Leistungsnachweise

Die Kursteilnehmer haben während des Erlaubniskurses für Flugdatenbearbeitung zwei schriftliche Leistungsnachweise mit einer Dauer von jeweils 90 Minuten mit den in diesem Kurs sowie im Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten vermittelten Ausbildungsinhalten und einen praktischen Leistungsnachweis in Form einer fortlaufenden Beurteilung in dem unter Buchstabe b aufgeführten Themengebiet „Praktische Flugdatenbearbeitung“ zu erbringen.

d)

Prüfung

Die Prüfung soll mindestens 55 Minuten und höchstens 70 Minuten dauern.

2.3

Erlaubniskurs für Fluginformationsdienst

a)

Ausbildungsziele

Nach dem Erlaubniskurs für Fluginformationsdienst

verfügen die Teilnehmer über die für die Ausübung des Fluginformationsdienstes mit und ohne Radar notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten im betrieblichen und systemtechnischen Umfeld des Flugsicherungsunternehmens;

entspricht die englische Sprachkompetenz den Anforderungen nach § 34 Abs. 4 und ermöglicht damit die vorschriftsgemäße und funktionsbezogene Kommunikation;

verfügen die Teilnehmer über das Wissen, die Fertigkeiten und die Verhaltensweisen, um mit der betrieblichen Ausbildung im Verwendungsbereich Fluginformationsdienst zu beginnen.

b)

Ausbildungsinhalte (Wesentliche Themengebiete)

Einführung in den Erlaubniskurs für Fluginformationsdienst, insbesondere:

Kursmanagement und -verwaltung

Kursinhalte

Leistungsbeurteilungen

Menschliche Faktoren, insbesondere:

Psychologische Faktoren

Medizinische und physiologische Faktoren

Soziale und organisatorische Faktoren

Stress

Menschliches Versagen

Arbeitsumfeld

Betriebsverfahren im Fluginformationsdienst, insbesondere:

Regelungen für den Fluginformationsdienst

Betriebsanweisungen für Arbeitsplätze des Fluginformationsdienstes

Flugverkehrsmanagement

Luftraumordnung

Kommunikationsverfahren

Verfahren bei Notfällen

Flugwetterkunde, insbesondere:

Gefährliche Wettererscheinungen

Technische Flugsicherungssysteme, insbesondere:

Elektronische Luftverkehrsdarstellung

Sprachvermittlungssysteme

Flugfunkdienst, insbesondere:

Sprechgruppen im Fluginformationsdienst

Praktische Durchführung

Luftfahrtenglisch, insbesondere:

Luftfahrtspezifisches Vokabular

Praktische Anwendungen

Praktischer Fluginformationsdienst ohne Radar, insbesondere:

Allgemeine Informationen

Gezielte Informationen im Einzelfall

Verkehrsinformationen

Entgegennahme und Weiterleitung von Meldungen

Anwendung der Sprechfunkverfahren

Verhalten bei Notfällen

Praktischer Fluginformationsdienst mit Radar, insbesondere:

Identifizierung

Radarüberwachung

Navigatorische Unterstützung

Informationen/Verfahren bei Kollisionsgefahr

Anwendung der Sprechfunkverfahren

Verhalten bei Notfällen

c)

Leistungsnachweise

Die Kursteilnehmer haben während des Erlaubniskurses für Fluginformationsdienst zwei schriftliche Leistungsnachweise mit einer Dauer von jeweils 90 Minuten mit den in diesem Kurs sowie im Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten vermittelten Ausbildungsinhalten und zwei praktische Leistungsnachweise in Form von fortlaufenden Beurteilungen in den unter Buchstabe b aufgeführten Themengebieten „Praktischer Fluginformationsdienst ohne Radar“ und „Praktischer Fluginformationsdienst mit Radar“ zu erbringen.

d)

Nachweis der Sprachkompetenz

Zum Nachweis der englischen und, soweit erforderlich, deutschen Sprachkompetenz ist während des Erlaubniskurses für Fluginformationsdienst ein mündlicher Leistungsnachweis zu erbringen.

Am Ende des Erlaubniskurses für Fluginformationsdienst wird die Sprachkompetenz des Kursteilnehmers entsprechend der Einstufungstabelle für Sprachkompetenz nach Anlage 3 eingestuft.

e)

Prüfung

Die Prüfung soll mindestens 55 Minuten und höchstens 70 Minuten dauern.

2.4

Erlaubniskurs für Flugberatung

a)

Ausbildungsziele

Nach dem Erlaubniskurs für Flugberatung

verfügen die Teilnehmer über die Fertigkeiten zum Umgang mit Flugplanverarbeitungs- und NOTAM-Datenbanksystemen und können Flugplan- und NOTAM-Daten im Rahmen ihrer Aufgaben richtig bearbeiten und aktualisieren;

besitzen die Teilnehmer die notwendigen Fähigkeiten zur Ausübung funktionsbezogener Kommunikation;

verfügen die Teilnehmer über das Wissen, die Fertigkeiten und die Verhaltensweisen, um mit der betrieblichen Ausbildung im Verwendungsbereich Flugberatung zu beginnen.

b)

Ausbildungsinhalte (Wesentliche Themengebiete)

Einführung in den Erlaubniskurs für Flugberatung, insbesondere:

Kursmanagement und -verwaltung

Kursinhalte

Leistungsbeurteilungen

Menschliche Faktoren, insbesondere:

Psychologische Faktoren

Medizinische und physiologische Faktoren

Soziale und organisatorische Faktoren

Stress

Menschliches Versagen

Arbeitsumfeld

Betriebsverfahren in der Flugberatung, insbesondere:

Regelungen zur Flugberatung

Betriebsanweisungen für Arbeitsplätze der Flugberatung

Flugverkehrsmanagement

Datenmanagement

Automatisierte Datenverarbeitungssysteme

Kommunikationssysteme

Kenntnisse im Meldungsdialog mit Flugplanverarbeitungssystemen

Flugplanbearbeitung, insbesondere:

Kenntnisse und Umsetzung nationaler und internationaler Anforderungen

NOTAM, insbesondere:

Kenntnisse über internationale Anforderungen an NOTAM

Nationale Anforderungen für die Herausgabe deutscher NOTAM

NOTAM-Bearbeitung

Praktische Flugberatung, insbesondere:

Fertigkeiten in der Flugberatung

Umgang mit Systemen am Arbeitsplatz der Flugberatung

c)

Leistungsnachweise

Die Kursteilnehmer haben während des Erlaubniskurses für Flugberatung zwei schriftliche Leistungsnachweise mit einer Dauer von jeweils 90 Minuten mit den in diesem Kurs sowie im Grundkurs für Flugverkehrsmanagement-Spezialisten vermittelten Ausbildungsinhalten und einen praktischen Leistungsnachweis in Form einer fortlaufenden Beurteilung in dem unter Buchstabe b aufgeführten Themengebiet „Praktische Flugberatung“ zu erbringen.

d)

Prüfung

Die Prüfung soll mindestens 55 Minuten und höchstens 70 Minuten dauern.

2.5

Ergänzungskurs für Platzkoordination

Zum Erwerb der Berechtigung für den Arbeitsplatz Platzkoordination im Rahmen der Erlaubnis für den Verwendungsbereich Flugdatenbearbeitung ist vor Beginn der betrieblichen Ausbildung auf diesem Arbeitsplatz der Ergänzungskurs für Platzkoordination erfolgreich zu durchlaufen, das Allgemeine Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst (AZF) zu erwerben und die englische Sprachkompetenz nachzuweisen.

a)

Ausbildungsziele

Nach dem Ergänzungskurs für Platzkoordination

verfügen die Teilnehmer über die für die Ausübung der Platzkoordination notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten im betrieblichen und systemtechnischen Umfeld des Flugsicherungsunternehmens;

besitzen die Teilnehmer die notwendigen Fertigkeiten zur Ausübung funktionsbezogener Kommunikation auf diesem Arbeitsplatz;

verfügen die Teilnehmer über das Wissen, die Fertigkeiten und die Verhaltensweisen, um mit der betrieblichen Ausbildung zum Erwerb der Berechtigung Platzkoordination zu beginnen.

b)

Ausbildungsinhalte (Wesentliche Themengebiete)

Einführung in den Ergänzungskurs für Platzkoordination, insbesondere:

Kursmanagement und -verwaltung

Kursinhalte

Leistungsbeurteilungen

Betriebsverfahren in der Platzkoordination, insbesondere:

Anlassverfahren

Streckenfreigabe

Koordination von Flug- und Flugplandaten

Kommunikationsverfahren

Technische Flugsicherungssysteme, insbesondere:

Integrierte Flugplanverarbeitung

Sprachvermittlungssysteme

Flugfunkdienst, insbesondere:

Sprechgruppen in der Platzkoordination

Praktische Durchführung

Navigation, insbesondere:

Instrumenten-Abflugverfahren

Praktische Platzkoordination, insbesondere:

Anlasserlaubnis

Streckenfreigabe

Übermittlung abflugrelevanter Informationen

Erstellen einer Anlass-Sequenz

Anwendung der Sprechfunkverfahren

c)

Leistungsnachweise

Die Kursteilnehmer haben während des Ergänzungskurses für Platzkoordination einen schriftlichen Leistungsnachweis mit einer Dauer von 90 Minuten in den unter Buchstabe b aufgeführten Themengebieten und einen praktischen Leistungsnachweis in Form einer fortlaufenden Beurteilung im Themengebiet „Praktische Platzkoordination“ zu erbringen.

d)

Nachweis der Sprachkompetenz

Die englische Sprachkompetenz wird entsprechend der Einstufungstabelle für Sprachkompetenz nach Anlage 3 eingestuft.

e)

Prüfung

Die Prüfung soll mindestens 55 Minuten und höchstens 70 Minuten dauern.

Amtliche Fassung auf gesetze-im-internet.de →

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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text.