Anlage 5 PPBV — (zu § 17 Absatz 2)Ermittlung des Pflegebedarfs auf Intensivstationen für Kinder: Zuordnung zu den Leistungsstufen
(Fundstelle: BGBl. 2024 I Nr. 188, S. 48 - 50)
Spezielle Intensivpflege NICU: Alter bei Aufnahme < 28. Lebenstag oder < 2 500 g Aufnahmegewicht
LeistungsbereichLeistungsstufe IS1 – Grundleistungen
SpezialpflegeLeistungsstufe IS2 – Erweiterte Leistungen
IntensivüberwachungLeistungsstufe IS3 – Besondere Leistungen
Intensivtherapie
1. Leistung im Zusammenhang mit Beobachten und Überwachen des
Patienten und Umfelds
•
Alle Patienten, die nicht der
Leistungsstufe IS2 oder IS3
zugeordnet werdenMindestes eines der folgenden Zu-/Ableitungssysteme:
•
Invasive arterielle RR-Messung
•
Thoraxdrainage
•
Externe Ventrikeldrainage
•
Schlürf- bzw. Replogle-Sonde bei Ösophagu-
satresie
•
Intraoperativ gelegene Magensonde nach
Korrektur einer Ösophaugsatresie
•
kontinuierliches EEG-Monitoring
•
Zentraler Venenkatheter (inkl. Nabelvenen-
katheter)Lebensbedrohliche Akutphase (vitale Bedrohung)
2. Leistungen im Zusammenhang mit der Beatmung/CPAP (inkl. Vor- und Nachbereitung)
•
Alle Patienten, die nicht der
Leistungsstufe IS2 oder IS3
zugeordnet werdenBeatmeter Patient (invasiv oder nicht invasiv), sofern das Zuordnungsmerkmal der Leistungsstufe IS3 nicht zutrifft.Invasiv beatmeter Patient bei instabiler Beatmungssituation (Beatmung mit z. B. OI > 25)
3. Leistungen im Zusammenhang mit medikamentöser Versorgung (z. B.: iv,
oral, s.c., auch als Kurzinfusion) und Infusionstherapie (inkl. Parenterale Ernährung, Katecholamine)
•
Alle Patienten, die nicht der
Leistungsstufe IS2 oder IS3
zugeordnet werden
•
Katecholamin-DTI, sofern das Zuordnungs-
merkmal der Leistungsstufe IS3 nicht zutrifft,
oder
•
Kontinuierliche Prostaglandin-Infusion oder
•
Kontinuierliche Insulin-Infusion oder
•
Medikamentös behandeltes Entzugs- oder
DelirsyndromKreislauf instabiler Patient (mit z. B. wechselnder Katecholamin-/Kreislauftherapie, Katecholamin-DTI ≥ 2 Katecholamine)
4. Leistungen im
Zusammenhang mit
ärztlichen Eingriffen
und Diagnostik
•
Alle Patienten, die nicht der
Leistungsstufe IS2 oder IS3
zugeordnet werdenHypothermie-Behandlung nach den ersten
24 Stunden
•
Hypothermie-Behandlung in den ersten
24 Stunden oder
•
Tag einer größeren Operation
(z. B. Zwerchfellhernie) oder
•
Austauschtransfusion oder
•
ECMO-Therapie
5. Übergeordnete EinstufungskriterienAlle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werden
•
Frühgeborene < 1 000 g in den ersten
72 Lebensstunden
•
Andere Gründe bei 1:1-Betreuung
•
Sterbebegleitung
Spezielle Intensivpflege PICU: Alter bei Aufnahme ≥ 28. Lebenstag und ≥ 2 500 g Aufnahmegewicht
LeistungsbereichLeistungsstufe IS1 – Grundleistung
SpezialpflegeLeistungsstufe IS2 – Erweiterte Leistung
IntensivüberwachungLeistungsstufe IS3 – Besondere Leistung
Intensivtherapie
1. Leistung im Zusammenhang mit Beobachten und Überwachen des
Patienten und UmfeldsAlle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werdenMindestens drei der folgenden Zu-/Ableitungssysteme:
•
Zentraler Venenkatheter (ZVK, Hickman)
•
Invasive arterielle RR-Messung
•
Thoraxdrainage/Wunddrainage
•
Externe Ventrikeldrainage
•
Kontinuierliches EEG-Monitoring
•
Kontinuierliches ICP-Monitoring (Parechym-
sonde, epi- oder subdurale Sonde)
•
Blasenkatheter/suprapubischer Katheter
•
Lebensbedrohliche Akutphase oder
•
CPP-basierte Hirndrucktherapie (= instabil)
2. Leistungen im Zusammenhang mit der Beatmung/CPAP (inkl. Vor- und Nachbereitung)Alle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werden
•
Modifikation/Intensivierung der Beatmung bei
heimbeatmeten Patienten oder
•
HFNC-Therapie (> 1 Liter/kg angefeuchtet und
angewärmt) oder
•
Nicht-invasive Beatmung über Nasal Prongs
oder Maske oder
•
Invasiv beatmeter Patient bei stabiler
Beatmungssituation oder
•
NO-Beatmung ≤ 15 ppm (bei stabiler
Beatmungssituation) oder
•
Beatmungsweaning mit Frühmobilisation
•
Invasiv beatmeter Patient bei instabiler
Beatmungssituation (schweres Lungenversagen = FiO2≥ 60 %, PEEP ≥ 10 cmH2O,
PIP ≥ 28 cm H2O) oder
•
NO-Beatmung > 15 ppm
3. Leistungen im Zusammenhang mit medikamentöser Versorgung (z. B.: iv,
oral, s.c., auch als Kurzinfusion) und Infusionstherapie (inkl. Parenterale Ernährung, Katecholamine)Alle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werden
•
Katecholamin-DTI (bis 2 Katecholamine) oder
•
Mind. 10 unterschiedliche i.v.-Medikamente oder
•
Medikamentös oder nicht medikamentös
behandeltes Entzugs- oder DelirsyndromKatecholamin-DTI (≥ 3 Katecholamine aus
Adrenalin > 0,05 µg/kg/min, Noradrenalin
> 0,05 µg/kg/min, Dobutamin > 5 oder µg/kg/min, Vasopressin)
4. Leistungen im Zusammenhang mit ärztlichen Eingriffen und DiagnostikAlle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werdenPeritonealdialyse manuell < 10 Zyklen pro Tag oder maschinell
•
Peritonealdialyse manuell ≥ 10 Zyklen/Tag
oder Intervall < 2 Stunden oder
•
vvECMO oder vaECMO (nur bei invasiv
beatmeten Patienten) oder
•
kontinuierliche Nierenersatzverfahren
(CVVH, CVVHD, CVVHDF)
(nur bei invasiv beatmeten Patienten) oder
•
Postreanimationstherapie Tag 1–3 / 72 Stunden
nach Ereignis (nur bei invasiv beatmeten
Patienten) oder
•
Thermische Verletzungen > 20% KOF
5. Übergeordnete EinstufungskriterienAlle Patienten, die nicht der Leistungsstufe IS2 oder IS3 zugeordnet werden
•
Schwerwiegende Bewusstseinsstörung/
Coma (GCS) oder
•
Tag mit Transportbegleitung
•
Isolation mit Einzelzimmer-Schleusung oder
•
Andere Gründe bei 1:1-Betreuung oder
•
Sterbebegleitung/Tag des Todes
Diese Vorschrift im Examen sicher anwenden.
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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text.