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title: "Prüfschema: Ersterwerb der Vormerkung (§§ 883, 885 BGB)"
canonical: "https://juralernen.de/schemata/ersterwerb-der-vormerkung-883-885-bgb"
kind: "Prüfungsschema (Aufbauschema)"
language: "de"
updated: "2026-04-25T07:43:41+00:00"
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# Ersterwerb der Vormerkung (§§ 883, 885 BGB)

Aufbauschema im Gutachtenstil. Lies die Schritte nacheinander; jeder enthält ggf. eine kurze Erläuterung.


## I. Bestehen eines wirksamen schuldrechtlichen, vormerkungsfähigen Anspruchs (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/883.html" title="&sect; 883 BGB: Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung">§ 883 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

Mittels der Vormerkung werden <b>Ansprüche gesichert, die auf eine dingliche Rechtsänderung von Grundstücksrechten gerichtet</b> sind (<b><a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/883.html" title="&sect; 883 BGB: Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung">§ 883 Abs. 1 S. 1 BGB</a></b>). Ohne Bedeutung ist dabei, ob der Anspruch auf Vertrag oder auf Gesetz beruht. Zulässig ist die Eintragung einer Vormerkung <b>auch zur Sicherung eines künftigen oder bedingten Anspruchs</b> (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/883.html" title="&sect; 883 BGB: Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung">§ 883 Abs. 1 S. 2 BGB</a>). <klausurhinweis>Im Regelfall startet die Prüfung mit der Frage, ob ein vormerkungsfähiger Anspruch überhaupt existiert. Klausurtaktisch zulässig – und nicht falsch – ist es jedoch auch, mit der Bewilligung zu beginnen.</klausurhinweis>

## II. Bewilligung des Betroffenen (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/885.html" title="&sect; 885 BGB: Voraussetzung f&uuml;r die Eintragung der Vormerkung">§ 885 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

Gemäß <b><a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/885.html" title="&sect; 885 BGB: Voraussetzung f&uuml;r die Eintragung der Vormerkung">§ 885 Abs. 1 S. 1 BGB</a></b> wird die <b>Vormerkung entweder aufgrund einer einstweiligen Verfügung (<a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/935.html" title="&sect; 935 ZPO: Einstweilige Verf&uuml;gung bez&uuml;glich Streitgegenstand">§§ 935 ff. ZPO</a>) oder aufgrund der Bewilligung des Betroffenen (<a href="https://dejure.org/gesetze/GBO/29.html" title="&sect; 29 GBO">§ 29 GBO</a>) eingetragen</b>.<vertiefung><b>An die Stelle der Einigung nach <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/873.html" title="&sect; 873 BGB: Erwerb durch Einigung und Eintragung">§ 873 BGB</a>, die für die Übertragung eines dinglichen Rechts sonst erforderlich wäre, tritt die Bewilligung</b>. <b>Eine Ersetzung der Bewilligung ist nach <a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/894.html" title="&sect; 894 ZPO: Fiktion der Abgabe einer Willenserkl&auml;rung">§ 894 ZPO</a> möglich</b>. Auch ein vorläufig vollstreckbares Urteil über einen Anspruch auf Übertragung des Rechts gilt als Bewilligung, weil der Kläger bis zum Eintritt der Rechtskraft abgesichert sein muss (<a href="https://dejure.org/gesetze/ZPO/895.html" title="&sect; 895 ZPO: Willenserkl&auml;rung zwecks Eintragung bei vorl&auml;ufig vollstreckbarem Urteil">§ 895 ZPO</a>).</vertiefung>

## III. Eintragung der Vormerkung in das Grundbuch (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/883.html" title="&sect; 883 BGB: Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung">§ 883 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

Für die Entstehung eines Rechts an einem Grundstück bedarf es im Grundsatz der Eintragung im Grundbuch. Hinsichtlich der Eintragung der Vormerkung (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/883.html" title="&sect; 883 BGB: Voraussetzungen und Wirkung der Vormerkung">§ 883 Abs. 1 S. 1 BGB</a>) ergeben sich an dieser Stelle keine Besonderheiten.

## IV. Berechtigung und Verfügungsbefugnis des Bewilligenden (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/885.html" title="&sect; 885 BGB: Voraussetzung f&uuml;r die Eintragung der Vormerkung">§ 885 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

Erklärt werden muss die <b>Bewilligung grundsätzlich von demjenigen, dessen Grundstück oder Recht von der Vormerkung betroffen ist (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/885.html" title="&sect; 885 BGB: Voraussetzung f&uuml;r die Eintragung der Vormerkung">§ 885 Abs. 1 S. 1 BGB</a>), also vom Berechtigten</b>. Ist diese Berechtigung nicht gegeben, kommt bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen ein gutgläubiger Erwerb der Vormerkung in Betracht. Zum gutgläubigen Ersterwerb einer Vormerkung findest Du das Thema hier.

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Kanonische URL: https://juralernen.de/schemata/ersterwerb-der-vormerkung-883-885-bgb
Quelle: juralernen.de — Prüfungsschemata für das 1. und 2. Staatsexamen.
