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title: "Prüfschema: AGB-Kontrolle im Arbeitsrecht"
canonical: "https://juralernen.de/schemata/agb-kontrolle-im-arbeitsrecht"
kind: "Prüfungsschema (Aufbauschema)"
language: "de"
updated: "2026-04-25T07:43:41+00:00"
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# AGB-Kontrolle im Arbeitsrecht

Aufbauschema im Gutachtenstil. Lies die Schritte nacheinander; jeder enthält ggf. eine kurze Erläuterung.


## I. Vorliegen von AGB (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/305.html" title="&sect; 305 BGB: Einbeziehung Allgemeiner Gesch&auml;ftsbedingungen in den Vertrag">§ 305 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

### 1. Vertragsbedingungen

Sämtliche Regelungen, die den Inhalt des Arbeitsvertrags gestalten sollen, gelten als Vertragsbedingungen.

### 2. für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert

Da die Rechtsprechung den Arbeitnehmer als Verbraucher einordnet, kommt die Sonderregelung des <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">§ 310 Abs. 3 BGB</a> auf ihn zur Anwendung. Die Inhaltskontrolle greift folglich auch dann, <b>wenn die Vertragsbedingung nur zur einmaligen Verwendung bestimmt ist und der Arbeitnehmer auf ihren Inhalt keinen Einfluss nehmen konnte</b> (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">§ 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB</a>).

### 3. von einer Vertragspartei gestellt

Da die Rechtsprechung den Arbeitnehmer als Verbraucher behandelt, gelangt die Sonderregelung des <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">§ 310 Abs. 3 BGB</a> zur Anwendung. Demgemäß <b>entfällt das Merkmal des „Stellens“ nur, wenn der Arbeitnehmer die Klausel in den Vertrag eingeführt hat</b> (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">§ 310 Abs. 3 Nr. 1 BGB</a>).

## II. Einbeziehungskontrolle

### 1. Konsensprinzip

Auf Arbeitsverträge sind die Spezialvorschriften zur Einbeziehung (305 Abs. 2, Abs. 3 BGB) nicht anwendbar (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">§ 310 Abs. 4 S. 2 BGB</a>). Wie auch <b>im unternehmerischen Verkehr</b> reicht für die Einbeziehung einer Klausel die <b>Willensübereinstimmung der Arbeitsvertragsparteien</b> aus. <vertiefung>Hintergrund ist die gesetzgeberische Annahme, dass der Arbeitnehmer durch das Nachweisgesetz hinreichend geschützt sei: Sämtliche in <a href="https://dejure.org/gesetze/NachwG/2.html" title="&sect; 2 NachwG: Nachweispflicht">§ 2 Abs. 1 NachwG</a> genannten Bedingungen hat der Arbeitgeber ohnehin schriftlich im Arbeitsvertrag festzuhalten, sofern nicht nach <a href="https://dejure.org/gesetze/NachwG/2.html" title="&sect; 2 NachwG: Nachweispflicht">§ 2 Abs. 4 NachwG</a> ein Verweis auf andere Vorschriften (etwa Tarifvertrag) zulässig ist.</vertiefung>

### 2. Vorrang der Individualabrede (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/305b.html" title="&sect; 305b BGB: Vorrang der Individualabrede">§ 305b BGB</a>)

### 3. Keine überraschende Klausel (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/305c.html" title="&sect; 305c BGB: &Uuml;berraschende und mehrdeutige Klauseln">§ 305c Abs. 1 BGB</a>)

Auszulegen sind AGB nach ihrem <b>objektiven Inhalt und typischen Sinn</b>. Maßgeblich ist dabei der Verständnishorizont eines durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/133.html" title="&sect; 133 BGB: Auslegung einer Willenserkl&auml;rung">§§ 133</a>, <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/157.html" title="&sect; 157 BGB: Auslegung von Vertr&auml;gen">157 BGB</a>); bei nicht behebbaren Zweifeln gehen Unklarheiten zulasten des Arbeitgebers (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/305c.html" title="&sect; 305c BGB: &Uuml;berraschende und mehrdeutige Klauseln">§ 305c Abs. 2 BGB</a>).

## III. Inhaltskontrolle der AGB

### 1. Möglichkeit der Inhaltskontrolle (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§§ 307 Abs. 3 S. 1</a>, <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/310.html" title="&sect; 310 BGB: Anwendungsbereich">310 Abs. 4 S. 3 BGB</a>)

### 2. Durchführung der Inhaltskontrolle

#### a) Klauselverbot ohne Wertungsmöglichkeit (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/309.html" title="&sect; 309 BGB: Klauselverbote ohne Wertungsm&ouml;glichkeit">§ 309 BGB</a>)

#### b) Klauselverbote mit Wertungsmöglichkeit (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/308.html" title="&sect; 308 BGB: Klauselverbote mit Wertungsm&ouml;glichkeit">§ 308 BGB</a>)

#### c) Generalklausel (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§ 307 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 BGB</a>)

### 3. Transparenzkontrolle (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§ 307 Abs. 1 S. 2</a> iVm <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§ 307 Abs. 1 S. 1 BGB</a>)

Unabhängig davon, ob die Klausel der Inhaltskontrolle standgehalten hat, gilt das Transparenzgebot — und zwar auch dann, wenn eine Inhaltskontrolle wegen der Kontrollfreiheit nach <a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§ 307 Abs. 3 S. 1 BGB</a> ausscheidet (<a href="https://dejure.org/gesetze/BGB/307.html" title="&sect; 307 BGB: Inhaltskontrolle">§ 307 Abs. 3 S. 2 BGB</a>).

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Kanonische URL: https://juralernen.de/schemata/agb-kontrolle-im-arbeitsrecht
Quelle: juralernen.de — Prüfungsschemata für das 1. und 2. Staatsexamen.
