Verordnung über die Jagdzeiten
- Ausfertigungsdatum:
- 31.12.2009
Tierarten
Über die im § 2 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes genannten Tierarten hinaus werden Waschbär (Procyon lotor), Marderhund (Nyctereutes procyonoides), Nilgans (Alopochen aegyptiacus), Aaskrähe (Corvus corone), Elster (Pica pica) und Eichelhäher (Garrulus glandarius) zu Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, erklärt.
Jagdzeiten
(1) Die Jagd darf ausgeübt werden auf: 1. Waschbären vom 16. Juli bis 31. März, Jungwaschbären ganzjährig 2. Marderhunde vom 1. September bis 28. Februar, Jungmarderhunde ganzjährig 3. Nilgänse vom 1. August bis 15. Januar mit Ausnahme der Beschränkung nach § 3 Nr. 6 4. Aaskrähen vom 1. August bis 20. Februar 5. Elstern vom 1. August bis 28. Februar. (2) Abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531), zuletzt geändert durch Verordnung vom 25. April 2002 (BGBl. I S. 1487), darf die Jagd ausgeübt werden auf: 1. RotwildKälber vom 1. August bis 31. JanuarSchmalspießer vom 1. Juni bis 31. Januar 2. Dam- und SikawildKälber vom 1. September bis 31. JanuarSchmalspießer vom 1. Juli bis 31. Januar 3. RehwildKitze vom 1. September bis 31. JanuarSchmalrehe vom 1. Mai bis 31. Mai und vom 1. September bis 31. Januar 4. Schwarzwild vom 1. August bis 31. JanuarFrischlinge ganzjährig (noch nicht einjährige Stücke) 5. Feldhasen vom 1. Oktober bis 31. Dezember 6. Wildkaninchen vom 1. Oktober bis 28. FebruarJungkaninchen ganzjährig 7. Iltisse vom 16. Oktober bis 28. Februar 8. Füchse vom 16. Juni bis 28. FebruarJungfüchse ganzjährig 9. Fasanen vom 16. Oktober bis 15. Januar 10. Wildtruthähne vom 16. März bis 30. April 11. Stockenten vom 16. September bis 15. Januar. (3) Soweit die Schonzeit für Ringeltauben und Aaskrähen zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden von der oberen Jagdbehörde aufgehoben worden ist (§ 24 Abs. 2 Landesjagdgesetz), ist die Jagd auch in den Brutzeiten zulässig (§ 22 Abs. 4 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes).
Schonzeiten
Unbeschadet der Zuständigkeit der oberen Jagdbehörde, die Schonzeit für bestimmte Gebiete oder einzelne Jagdbezirke nach § 24 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes aufzuheben, sind folgende Tierarten mit der Jagd zu verschonen: 1. Baummarder 2. Mauswiesel 3. Rebhühner bis zum 31. März 2010 4. Wildtruthennen 5. Bläss-, Saat- und Ringelgänse 6. Grau-, Kanada- und Nilgänse vom 15. Oktober bis 15. Januar innerhalb der Grenzlinien folgender Gebiete: a) Unterer NiederrheinSchnittpunkt Bahnlinie (außer Betrieb) / Staatsgrenze Bundesrepublik Deutschland / Königreich der Niederlande bei Kranenburg, Staatsgrenze bis B 8, B 8 bis B 220, B 220 bis Staatsgrenze, Staatsgrenze bis Gemeindegrenze Stadt Rees / Stadt Isselburg, Gemeindegrenze bis B 67, B 67 bis L 459, L 459 bis L 468, L 468 bis B 8, B 8 bis L 396, L 396 bis B 8, B 8 bis L 287, L 287 bis A 42, A 42 bis Bahnlinie, Bahnlinie bis Xanten, Bahnlinie (außer Betrieb) über Kleve, Kranenburg bis Staatsgrenze. b) WeseraueSchnittpunkt B 61 / Landesgrenze Nordrhein-Westfalen / Niedersachsen, Landesgrenze bis Bahnlinie, Bahnlinie bis K 39, K 39 bis B 482, B 482 bis Wehr bei Lahde, Wehr, linkes Weserufer bis L 770, L770 bis B 61, B 61 bis Landesgrenze. 7. Wildenten (außer Stockenten) 8. Sturm-, Mantel- und Heringsmöwen 9. Eichelhäher.
Aussetzen von Federwild
(1) Abweichend von § 19 Abs. 1 Nr. 18 des Bundesjagdgesetzes ist es verboten, 1. Fasanenin der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar 2. Wildentenin der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar auszusetzen. (2) Die obere Jagdbehörde kann Ausnahmen von Absatz 1 Nummer 1 zulassen, soweit dies zur Prüfung der Brauchbarkeit von Jagdhunden (§ 30 LJG-NRW) erforderlich ist. Das Verbot von Absatz 1 Nummer 1 gilt nicht für Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Jagdbezirks stammen und aufgezogen worden sind.
Ordnungswidrigkeit
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 55 Abs. 2 Nr. 9 LJG-NRW handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1 1. Fasanenin der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar oder 2. Wildentenin der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar aussetzt. (2) Die Ordnungswidrigkeit kann nach § 56 Abs. 2 LJG-NRW mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.
In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2010 außer Kraft. Mit In-Kraft-Treten dieser Verordnung tritt die Verordnung über die Jagdzeiten vom 22. Dezember 1977 (GV. NRW. 1978 S. 4), zuletzt geändert durch Verordnung vom 13. Juli 1992 (GV. NRW. S. 284), außer Kraft. Die Ministerinfür Umwelt und Naturschutz,Landwirtschaft und Verbraucherschutzdes Landes Nordrhein-Westfalen Hinweis Wiederherstellung des Verordnungsranges (Artikel 121 des Fünften Befristungsgesetzes vom 5.4.2005 (GV. NRW. S. 351)) Die in diesem Gesetz erlassenen oder geänderten Rechtsverordnungen können aufgrund der jeweils einschlägigen Verordnungsermächtigungen durch Rechtsverordnung geändert werden.
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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text. Quelle: recht.nrw.de.