Zweite Verordnung der Landesregierung und des Ministeriums Ländlicher Raum zur Umsetzung der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik für Baden-Württemberg (Zweite GAP-Reform-Verordnung BW - Zweite GAPRefVO BW) Vom 25. Juli 2024
- Ausfertigungsdatum:
- 25.07.2024
- Fundstelle:
- GBl. 2024, Nr. 62
Regionaltypische Kennarten und Kennartengruppen des artenreichen Grünlands nach § 20 ...
Anlage 1 (zu § 27 Absatz 1)Regionaltypische Kennarten und Kennartengruppen des artenreichen Grünlands nach § 20 Absatz 1 Nummer 5 GAPDZG Nr. Kennarten oder Kennartengruppe Deutsche Bezeichnung Wissenschaftliche Bezeichnung 1 Augentrost-Arten Wiesen-Augentrost Euphrasia rostkoviana Steifer Augentrost Euphrasia stricta agg.* 2 Baldrian-Arten Kleiner Baldrian Valeriana dioica Arznei-Baldrian Valeriana officinalis agg.* 3 Bärwurz Meum athamanticum 4 Gewöhnliches Zittergras Briza media 5 Kohl-Kratzdistel Cirsium oleraceum 6 Margerite-Arten Leucanthemum vulgare agg.* 7 Blutwurz Potentilla erecta 8 Echtes Labkraut Galium verum 9 Flügelginster Genista sagittalis 10 Gelbblütige Kleearten Gewöhnlicher Hornklee Lotus corniculatus Sumpf-Hornklee Lotus uliginosus Hopfenklee Medicago lupulina Gewöhnlicher Wundklee Anthyllis vulneraria Gewöhnlicher Hufeisenklee Hippocrepis comosa 11 Wiesenbocksbart-Arten* Tragopodon pratensis agg.* 12 Klappertopf-Arten Zottiger Klappertopf Rhinanthus alectorolophus Kleiner Klappertopf Rhinanthus minor Schmalblättriger Klappertopf Rhinanthus glacialis 13 Kleine Habichtskräuter Kleines Habichtskraut Hieracium pilosella Öhrchen-Habichtskraut Hieracium auricula 14 Milch- und Ferkelkräuter Steifhaariges Milchkraut, Leontodon hispidus Herbst-Milchkraut Leontodon autumnalis Gewöhnliches Ferkelkraut Hypochoeris radicata 15 Pippau-Arten Grüner Pippau Crepis capillaris Sumpf-Pippau Crepis paludosa Wiesen-Pippau Crepis biennis Weichhaariger Pippau Crepis mollis 16 Schlüsselblumen Große Schlüsselblume Primula elatior Arznei-Schlüsselblume Primula veris 17 Sumpfdotterblume Caltha palustris 18 Bach-Nelkenwurz Geum rivale 19 Flockenblumen Berg-Flockenblume Centaurea montana Perücken-Flockenblume Centaurea pseudophrygia Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea Schwarze Flockenblume Centaurea nigra 20 Futter-Esparsette Onobrychis viciifolia 21 Kartäuser-Nelke Dianthus carthusianorum agg.* 22 Lichtnelken Tag-Lichtnelke Silene dioica Kuckucks-Lichtnelke Lychnis flos-cuculi 23 Rotklee Trifolium pratense 24 Storchschnabel-Arten Wiesen-Storchschnabel Geranium pratense Wald-Storchschnabel Geranium sylvaticum Sumpf-Storchschnabel Geranium palustre Blut-Storchschnabel Geranium sanguineum 25 Tauben-Skabiose Scabiosa columbaria Acker-Witwenblume Knautia arvensis 26 Thymian-Arten Arznei-Thymian Thymus pulegioides Sand-Thymian Thymus serpyllum 27 Wiesen-Knöterich Polygonum bistorta 28 Wiesenknopf-Arten Kleiner Wiesenknopf Sanguisorba minor Großer Wiesenknopf Sanguisorba officinalis 29 Glockenblumen Knäuel-Glockenblume Campanula glomerata Rapunzel-Glockenblume Campanula rapunculus Wiesen-Glockenblume Campanula patula Rundblättrige Glockenblume Campanula rotundifolia 30 Kreuzblumen Sumpf-Kreuzblümchen Polygala amarella Gewöhnliche Kreuzblümchen Polygala vulgaris Schopf-Kreuzblümchen Polygala comosa 31 Sumpf-Vergissmeinnicht Myosotis palustris 32 Teufelskrallen Schwarze Teufelskralle Phyteuma nigrum Ährige Teufelskralle Phyteuma spicatum Kugel-Teufelskralle Phyteuma orbiculare 33 Wiesen-Salbei Salvia pratensis
Unzulässige Arten für Saatgutmischungen bei Blühstreifen oder -flächen nach § 20 Absatz ...
Anlage 2 (zu § 27 Absatz 3)Unzulässige Arten für Saatgutmischungen bei Blühstreifen oder -flächen nach § 20 Absatz 1 Nummer 1 Buchstaben b und c GAPDZGI. Gruppe A Nr. Wissenschaftliche Bezeichnung Deutsche Bezeichnung 1 Descurainia sophia Gewöhnliche Besenrauke 2 Euphorbia exigua Kleine Wolfsmilch 3 Filago arvensis Acker-Filzkraut 4 Filago minima Zwerg-Filzkraut 5 Holosteum umbellatum Spurre 6 Jasione montana Berg-Sandglöckchen 7 Myosotis stricta Sand-Vergissmeinnicht 8 Myosurus minimus Kleines Mäuseschwänzchen 9 Ornithopus perpusillus Kleiner Vogelfuß 10 Papaver argemone Sand-Mohn 11 Teesdalia nudicaulis Bauernsenf 12 Turritis glabra TurmkrautII. Gruppe B Nr. Wissenschaftliche Bezeichnung Deutsche Bezeichnung 1 Agrimonia procera Großer Odermennig 2 Allium scorodoprasum Schlangen-Lauch 3 Carduus nutans Nickende Distel 4 Carlina vulgaris Kleine Eberwurz 5 Euphorbia esula Esels-Wolfsmilch 6 Gagea pratensis Wiesen-Goldstern 7 Galium verum Echtes Labkraut 8 Geum rivale Bach-Nelkenwurz 9 Scabiosa columbaria Tauben-Skabiose 10 Silene nutans Nickendes Leimkraut 11 Vincetoxicum hirundinaria Weiße Schwalbenwurz
Es wird verordnet aufgrund von:1. § 23 Absätze 1 bis 4 des GAP-Reform-Gesetz BW (GAPRefG BW) vom 8. Februar 2024 (GBl. 2024 Nr. 14),2. § 3 Absatz 3 Satz 3 und Absatz 4, § 5 Absatz 1 Nummer 4 und § 21 Absatz 2 der GAPInVeKoS-Verordnung vom 19. Dezember 2022 (BAnz AT 19.12.2022 V1), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 10. Mai 2024 (BGBl. 2023 I Nr. 156) geändert worden ist und3. § 17 Absatz 3 Nummern 1 und 2, Absätze 4 und 5 der GAP-Direktzahlungen-Verordnung (GAPDZV) vom 24. Januar 2022 (BGBl. I S. 139), die zuletzt durch Verordnung vom 4. Dezember 2023 (BGBl. 2023 I Nr. 343) geändert worden ist.
Anwendungsbereich
§ 1 AnwendungsbereichDiese Verordnung gilt für die Durchführung des GAP-Reform-Gesetzes BW und der in § 1 GAPRefG BW genannten Unionsregelungen, der Umsetzung von Verordnungsermächtigungen nach § 3 Absatz 1 Nummer 4 und Absatz 3 Satz 3 und Absatz 4, § 5 § 21 Absatz 2 der GAPInVeKoS-Verordnung sowie der Umsetzung von Verordnungsermächtigungen nach § 17 Absätze 3, 4 und 5 GAPDZV.
Anwendung der GAPInVeKoS-Verordnung
§ 10 Anwendung der GAPInVeKoS-Verordnung(1) Auf flächen- oder tierbezogene ELER-Interventionen finden1. die §§ 4, 7, 8 Absätze 1, 3 und 4 und § 9der GAPInVeKoS-Verordnung,2. § 10 der GAPInVeKoS-Verordnung, soweit § 8 GAPDZV entsprechende Anwendung findet,3. die §§ 21, 22, 28, 30, 31 und 41 der GAPInVeKoS-Verordnung,4. § 42 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 3, Satz 2 und Absatz 2 der GAPInVeKoS-Verordnung mit der Maßgabe, dass die Ermittlung der Flächen und Tiere auf Ebene der Kulturgruppe erfolgt, und5. die §§ 46, 48 Absätze 2 und 3, § 49 der GAPInVeKoS-Verordnungentsprechende Anwendung.(2) Auf flächenbezogene ELER-Interventionen finden1. die § 3 Absätze 1 und 2, § 5 Absätze 2 bis 6, § 6 Satz 1, §§ 11, 12, 15, 17, 25, 29, 32, 33, 43 der GAPInVeKoS-Verordnung und2. § 44 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung mit der Maßgabe, dass die Anwendung auf Ebene der Kulturgruppe erfolgt,entsprechende Anwendung.(3) Auf tierbezogene ELER-Interventionen finden die §§ 34, 35 Absatz 4 und §§ 42a, 45 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung entsprechende Anwendung.*)(4) Auf die flächenbezogene ELER-Intervention im Sinne des Artikels 70 der Verordnung (EU) 2021/2115 zur Förderung von Streuobstbäumen findet abweichend zu Absatz 2 Nummer 2 § 45 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung mit der Maßgabe Anwendung, dass auf die angemeldete und ermittelte Anzahl von Streuobstbäumen Bezug genommen wird.
Bagatellabweichungen bei flächenbezogenen ELER-Interventionen
§ 11 Bagatellabweichungen bei flächenbezogenen ELER-Interventionen(1) Die ermittelte Fläche je Kulturgruppe wird mit der angemeldeten Fläche gleichgesetzt, soweit die Differenz zwischen ermittelter Fläche und angemeldeter Fläche 0,1 Hektar oder weniger und nicht mehr als 20 Prozent der ermittelten Fläche der Kulturgruppe beträgt.(2) Abweichend hiervon wird bei Kulturgruppen mit einzelflächenbezogener Verpflichtung die ermittelte Fläche mit der angemeldeten Fläche gleichgesetzt, soweit die Differenz zwischen ermittelter Fläche und angemeldeter Fläche 0,02 Hektar oder weniger und nicht mehr als 20 Prozent der ermittelten Fläche der Kulturgruppe beträgt.
Reihenfolge der Abzüge
§ 12 Reihenfolge der Abzüge(1) Für die jeweilige flächen- oder tierbezogene ELER-Intervention sind die zu verhängenden Kürzungen und Sanktionen in der folgenden Reihenfolge anzuwenden:1. Sanktionen für tierbezogene Übererklärungen entsprechend § 45Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung in Verbindung mit § 10 Absatz 3,2. Sanktionen für flächenbezogene Übererklärungen entsprechend § 44 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung in Verbindung mit § 10 Absatz 2 Nummer 2,3. Sanktionen für auf Streuobstbäume bezogene Übererklärungen entsprechend § 45 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung in Verbindung mit § 10 Absatz 4,4. Kürzungen und Sanktionen für Verstöße gegen Fördervoraussetzungen nach § 13 Absatz 1 GAPRefG BW,5. Kürzungen und Sanktionen für Verstöße gegen Verpflichtungen oder sonstige Auflagen nach § 13 Absatz 2, auch in Verbindung mit Absatz 3 GAPRefG BW,6. Sanktionen wegen der verspäteten Einreichung des Gemeinsamen Antrags entsprechend § 46 GAPInVeKoS-Verordnung und7. Sanktionen wegen der Nichtanmeldung aller landwirtschaftlichen Parzellen entsprechend § 43 GAPInVeKoS-Verordnung.(2) Sanktionen wegen Verstößen gegen die Konditionalität nach Kapitel 3 Abschnitt 2 des GAP-Konditionalitäten-Gesetzes vom 16. Juli 2021 (BGBl. I S. 2996) werden auf den sich nach Absatz 1 ergebenen Betrag angewandt.
Anträge auf Fördermittel, Zahlungsanträge und sonstige Erklärungen
§ 13 Anträge auf Fördermittel, Zahlungsanträge und sonstige ErklärungenDas Ministerium Ländlicher Raum wird ermächtigt, geeignete Verfahren für die Stellung von Förder- oder Zahlungsanträgen und die Abgabe von sonstigen Erklärungen im Zusammenhang mit nicht flächen- oder tierbezogenen ELER-Interventionen festzulegen.
Ersatz der Schriftform
§ 14 Ersatz der SchriftformFörder- oder Zahlungsanträge sowie sonstige Erklärungen können in vereinfachter elektronischer Form in der dafür vorgesehenen Software unter Verwendung eines von der zuständigen Behörde festgelegten Systems zur eindeutigen Nutzeridentifikation eingereicht werden. § 3a des Landesverwaltungsverfahrensgesetzes findet insoweit keine Anwendung.
Verwaltungskontrollen
§ 15 Verwaltungskontrollen(1) Alle von einer begünstigten Person oder Dritten vorzulegende Anträge auf Fördermittel, Zahlungsanträge und sonstige Erklärungen werden einer Verwaltungskontrolle unterzogen, die sich auf die Elemente bezieht, die im Rahmen von Verwaltungskontrollen überprüft werden können und sinnvollerweise überprüft werden sollen. Über die durchgeführten Kontrollen, die Ergebnisse der Überprüfung und die bei Abweichungen getroffenen Abhilfemaßnahmen sind Aufzeichnungen zu führen.(2) Durch die Verwaltungskontrollen der Förderanträge wird sichergestellt, dass das Vorhaben mit den geltenden Vorgaben des Rechts der Europäischen Union, des nationalen Rechts und des GAP-Strategieplans, einschließlich der Vorschriften für die öffentliche Auftragsvergabe, für staatliche Beihilfen sowie sonstige verbindliche Standards und Anforderungen, im Einklang steht. Bei den Verwaltungskontrollen wird insbesondere Folgendes überprüft:1. die Förderfähigkeit des Vorhabens und der begünstigten Person,2. die Einhaltung der Förderkriterien, Verpflichtungen und sonstigen Auflagen für das Vorhaben, für das Fördermittel beantragt werden,3. die Einhaltung der Auswahlkriterien, sofern diese Kriterien anzuwenden sind,4. die Förderfähigkeit der Kosten des Vorhabens einschließlich der Einhaltung der Kostenkategorien oder der Berechnungsmethode, die angewendet werden müssen, wenn das Vorhaben oder ein Teil davon in den Anwendungsbereich von Artikel 83 Absatz 1 Buchstaben b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 fällt,5. für in Artikel 83 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2021/2115 genannte Kosten die Plausibilität der geltend gemachten Kosten, welche anhand geeigneter Bewertungssysteme bewertet wird, insbesondere durch Referenzkosten, durch den Vergleich verschiedener Angebote, Markterkundungen oder den Bewertungsausschuss; die Plausibilisierung der Kosten ist grundsätzlich vor der Entscheidung über den ersten Zahlungsantrag abzuschließen; das Ministerium Ländlicher Raum kann für einzelne Interventionen Ausnahmen von diesem Grundsatz vorsehen und eine Mindestschwelle für die Plausibilisierung von Kosten festlegen.Im Falle der Anwendung vereinfachter Kostenoptionen nach Artikel 83 Absatz 1 Buchstaben b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 wird die Einhaltung der Vorschriften über die öffentliche Auftragsvergabe stichprobenweise geprüft. Das Ministerium Ländlicher Raum kann diesbezüglich Regelungen festlegen.(3) Verwaltungskontrollen der Zahlungsanträge umfassen insbesondere, soweit dies für den betroffenen Zahlungsantrag erforderlich ist, die Überprüfung1. eines Vergleichs des abgeschlossenen Vorhabens mit dem Vorhaben, für welches ein Förderantrag bewilligt wurde,2. der angefallenen Kosten und getätigten Zahlungen oder sonstige Nachweise, sofern diese nach Artikel 83 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2021/2115 geltend gemacht werden; eine strichprobenweise Prüfung ist zulässig; das Ministerium Ländlicher Raum kann diesbezüglich einen Mindestumfang der zu kontrollierenden Stichproben festlegen,3. der bei der Anwendung der vereinfachten Kostenoptionen einzuhaltenden Zielerreichung und der korrekten Anwendung der Basisberechnung anhand geeigneter Nachweise des Begünstigten, sofern Kosten nach Artikel 83 Absatz 1 Buchstabe b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 geltend gemacht werden und4. der Einhaltung der Verpflichtungen oder sonstigen Auflagen des geförderten Vorhabens einschließlich der Vorschriften für die öffentliche Auftragsvergabe, soweit diese anwendbar sind und soweit diese nicht bereits mit dem Förderantrag nach Absatz 2 Satz 1 geprüft worden sind.(4) Die Verwaltungskontrollen umfassen Verfahren, mit denen eine regelwidrige Doppelfinanzierung im Rahmen anderer Unions- oder nationaler Regelungen ausgeschlossen werden kann. Erfolgt auch eine Finanzierung aus anderen Quellen, so wird durch die Kontrollen sichergestellt, dass die insgesamt erhaltene Unterstützung nicht über den zulässigen Höchstbeträgen und maximalen Unterstützungssätzen liegt.(5) Im Rahmen der Verwaltungskontrolle wird geprüft, dass die Voraussetzungen für die Förderung nicht künstlich geschaffen worden sind.(6) Die Verwaltungskontrollen bei materiellen Investitionsvorhaben umfassen zumindest eine Inaugenscheinnahme des geförderten Vorhabens oder des Investitionsstandortes, um die Durchführung der Investition zu überprüfen. Die zuständige Behörde kann jedoch in begründeten Einzelfällen, wie den Folgenden, von einer Inaugenscheinnahme absehen:1. das Vorhaben ist Teil der Stichprobe für eine durchzuführende Vor-Ort-Kontrolle,2. die zuständige Behörde betrachtet das Vorhaben als kleine Investition bei einem förderfähigen Investitionsvolumen bis einschließlich 100 000 Euro,3. nach Ansicht der zuständigen Behörde ist die Gefahr gering, dass die Bedingungen für die Gewährung der Unterstützung nicht erfüllt sind oder die Investition nicht getätigt wurde oder4. die tatsächliche Durchführung des Vorhabens kann anhand von für die entsprechende Intervention zugelassenen alternativen Nachweisen gesichert festgestellt werden.Im Falle des Absehens von der Inaugenscheinnahme in Bezug auf ein Vorhaben hat die zuständige Behörde die Gründe dafür zu dokumentieren.(7) Abweichend von Absatz 6 Nummer 2 ist sicherzustellen, dass bei mindestens 1 Prozent der materiellen Investitionsvorhaben unter 100 000 Euro Inaugenscheinnahmen durchgeführt werden. Die Vorhaben werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.
Vor-Ort-Kontrollen
§ 16 Vor-Ort-Kontrollen(1) Die jeweils zuständige Behörde führt auf der Grundlage einer geeigneten Stichprobe Vor-Ort-Kontrollen der bewilligten Vorhaben, die aus dem ELER finanziert werden, durch. Vor-Ort-Kontrollen sind soweit möglich vor der Schlusszahlung für ein Vorhaben durchzuführen.(2) Die Vor-Ort-Kontrollen dürfen nicht von denjenigen Vor-Ort-Kontrollbeauftragten durchgeführt werden, die für dasselbe Vorhaben an den Verwaltungskontrollen beteiligt waren.(3) Abweichend von Absatz 1 kann auf die Durchführung von Vor-Ort-Kontrollen bei der Förderung von immateriellen Investitionen verzichtet werden, wenn alle für die Zuwendung relevanten Sachverhalte im Rahmen der Verwaltungskontrolle nach § 15 abschließend geprüft werden können. Das Ministerium Ländlicher Raum kann den Verzicht auf die Durchführung von Vor-Ort-Kontrollen für Interventionen zur Förderung immaterieller Investitionen festlegen.
Kontrollsatz und Stichprobenerhebung für die Vor-Ort-Kontrollen
§ 17 Kontrollsatz und Stichprobenerhebung für die Vor-Ort-Kontrollen(1) Die im Rahmen der Vor-Ort-Kontrollen überprüften Ausgaben entsprechen mindestens 5 Prozent der beantragten Ausgaben nicht-flächen- oder tierbezogener Interventionen je Kalenderjahr, die aus dem ELER finanziert werden.(2) Wurden für ein Vorhaben, das einer Vor-Ort-Kontrolle unterzogen werden soll, Zwischenzahlungen geleistet, so werden diese Ausgaben, die durch Vor-Ort-Kontrollen nach Absatz 1 abgedeckt sind, mitberücksichtigt. Das Ministerium Ländlicher Raum kann für einzelne Interventionen Ausnahmen zulassen.(3) Zahlungsanträge, die infolge von Verwaltungskontrollen als nicht förderfähig eingestuft wurden, fließen nicht in die Berechnung des Mindestkontrollsatzes nach Absatz 1 ein. Kontrollen, die alle Anforderungen der §§ 15 bis 18 erfüllen, dürfen für die Erreichung des Mindestkontrollsatzes nach Absatz 1 berücksichtigt werden.(4) Die Auswahl der zu kontrollierenden Vorhaben erfolgt auf Basis einer Zufallsauswahl und einer Risikobewertung. Vor der Risikoziehung sind 25 bis 40 Prozent der zu überprüfenden Ausgaben nach dem Zufallsprinzip auszuwählen.
Inhalt der Vor-Ort-Kontrollen
§ 18 Inhalt der Vor-Ort-Kontrollen(1) Durch Vor-Ort-Kontrollen wird überprüft, ob das Vorhaben im Einklang mit den geltenden Förderbestimmungen durchgeführt wurde. Dabei werden alle Fördervoraussetzungen, Verpflichtungen und sonstige Auflagen für die Gewährung der Förderung einbezogen, die zum Zeitpunkt der Vor-Ort-Kontrolle überprüft werden können und nicht Gegenstand von Verwaltungskontrollen waren.(2) Bei Vor-Ort-Kontrollen wird die Richtigkeit der im Förder- oder Zahlungsantrag gemachten Angaben der begünstigten Person anhand der vorhandenen Investitionsobjekte und den bei der begünstigten Person oder Dritten vorhandenen Unterlagen geprüft. Dies schließt die Prüfung ein, ob die Zahlungsanträge durch Rechnungen, Buchführungsunterlagen oder andere Dokumente oder Erklärungen belegt werden können.(3) Durch Vor-Ort-Kontrollen wird überprüft, ob die tatsächliche oder beabsichtigte Zweckbestimmung des Vorhabens mit der im Förderantrag beschriebenen Zweckbestimmung, für die die Förderung gewährt wird, übereinstimmt.(4) Vor-Ort-Kontrollen umfassen einen Besuch des Standortes, an dem das Vorhaben umgesetzt wird, oder bei immateriellen Vorhaben eine Kontrolle des Projektträgers vor Ort, sofern nicht von der Möglichkeit nach § 16 Absatz 3 Gebrauch gemacht wird. Liegen außergewöhnliche Umstände vor, so kann ein Besuch des Standortes oder die Kontrolle des Projektträgers vor Ort unterbleiben. Außergewöhnliche Umstände sind zu dokumentieren und zu begründen.(5) Vor-Ort-Kontrollen können durch alternative Nachweise ganz oder teilweise ersetzt werden, wenn anhand dieser Nachweisführung die Überprüfung der erforderlichen Kontrollinhalte ausreichend sichergestellt werden kann. Das Ministerium Ländlicher Raum kann die alternative Nachweisführung für einzelne Interventionen festlegen.
Ex-Post-Kontrollen, Regelungen der Zweckbindungsfrist
§ 19 Ex-Post-Kontrollen, Regelungen der Zweckbindungsfrist(1) Bei materiellen Investitionsvorhaben, die aus dem ELER finanziert werden, werden Ex-Post-Kontrollen durchgeführt, um die Einhaltung von Verpflichtungen oder sonstigen Auflagen während der ersten fünf Jahre der Zweckbindungsfrist des Vorhabens zu prüfen.(2) Die Zweckbindungsfrist beginnt in der Regel mit dem 1. Januar des Folgejahres zu laufen, in welchem die Schlusszahlung erfolgt ist. Die Zweckbindungsfrist wird tagesgenau berechnet.(3) Das Ministerium Ländlicher Raum kann für einzelne Interventionen oder in begründeten Fällen kürzere Zweckbindungsfristen festlegen. In diesem Falle erstrecken sich die Ex-Post-Kontrollen nach Absatz 1 auf die kürzere Zweckbindungsfrist.(4) Die Ex-Post-Kontrollen erstrecken sich in jedem Kalenderjahr auf mindestens 0,6 Prozent der Ausgaben für Investitionsvorhaben, für die Verpflichtungen oder sonstige Auflagen nach Absatz 1 gelten und für die die Schlusszahlung geleistet wurde.(5) Die Auswahl der zu kontrollierenden Vorhaben erfolgt auf Basis einer Zufallsauswahl und einer Risikobewertung. Vor der Risikoziehung sind 40 bis 50 Prozent der zu überprüfenden Vorhaben nach dem Zufallsprinzip auszuwählen.(6) Die Bundes- oder Landesvorgaben zur Zweckbindung von Investitionen, insbesondere zur zeitlichen Dauer und Kontrolle der Zweckbindung, bleiben unberührt.
Begriffsbestimmungen
§ 2 Begriffsbestimmungen(1) Es gelten die Begriffsbestimmungen des § 2 GAPRefG BW.(2) Im Sinne dieser Verordnung sind1. Direktzahlungen: Zahlungen nach Teil 2 des GAP-Direktzahlungen-Gesetzes (GAPDZG) vom 16. Juli 2021 (BGBl. I S. 3003; 2022 I S. 2262);2. Gemeinsamer Antrag: Der Gemeinsame Antrag umfasst den Sammelantrag nach § 5 Absätze 1 bis 3 des GAP-Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem-Gesetzes vom 10. August 2021 (BGBl. I S. 3523), die Anträge zu den in Baden-Württemberg angebotenen flächen- oder tierbezogenen Interventionen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER-Interventionen) des GAP-Strategieplans sowie die Anträge zu weiteren in Baden-Württemberg angebotenen Interventionen des GAP-Strategieplans und flächenbezogenen Fördermaßnahmen, soweit in der jeweiligen Rechts- oder Verwaltungsvorschrift auf den Gemeinsamen Antrag Bezug genommen wird;3. Vorhaben: Vorhaben nach Artikel 3 Nummer 4 der Verordnung (EU) 2021/2115 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2. Dezember 2021 mit Vorschriften für die Unterstützung der von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu erstellenden und durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zu finanzierenden Strategiepläne (GAP-Strategiepläne) und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 sowie der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 (ABl. L 435 vom 6.12.2021, S. 1, zuletzt ber. ABl. L 227 vom 1.9.2022, S. 137), die zuletzt durch Delegierte Verordnung (EU) 2024/946 (ABl. L, 2024/946, 26.03.2024) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung;4. abgeschlossene Vorhaben: Vorhaben, bei denen die Schlusszahlung erfolgt ist oder bei denen über den Verwendungsnachweis abschließend entschieden wurde;5. Kulturgruppe: Flächen oder Tiere eines Fördergegenstands einer Teilintervention laut GAP-Strategieplan, sofern der Fördergegenstand einen einheitlichen Fördersatz und einheitliche Fördervoraussetzungen oder Auflagen hat. Liegen zu einem Fördergegenstand unterschiedliche Fördersätze oder unterschiedliche Fördervoraussetzungen oder Auflagen vor, bilden Flächen oder Tiere, für die gleiche Fördervoraussetzungen oder Auflagen sowie gleiche Fördersätze, die innerhalb eines Fördergegenstands gelten, jeweils eine Kulturgruppe. Abweichend davon bilden im Rahmen der Ausgleichleistungen von Teil A Vertragsnaturschutz der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zur Förderung und Entwicklung des Naturschutzes, der Landschaftspflege und Landeskultur (Landschaftspflegerichtlinie 2015) vom 28. Oktober 2015 (GABl. S. 834), die zuletzt durch Verwaltungsvorschrift vom 24. Juni 2020 (GABl. S. 475) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, die Flächen einer fachlichen Maßnahme eine Kulturgruppe;6. Lokale Aktionsgruppen: Lokale Aktionsgruppen im Sinne des Artikels 31 Absatz 2 Buchstabe b in Verbindung mit Artikel 33 der Verordnung (EU) 2021/1060 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Juni 2021 mit gemeinsamen Bestimmungen für den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds Plus, den Kohäsionsfonds, den Fonds für einen gerechten Übergang und den Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds sowie mit Haushaltsvorschriften für diese Fonds und für den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, den Fonds für die innere Sicherheit und das Instrument für finanzielle Hilfe im Bereich Grenzverwaltung und Visumpolitik (ABl. L 231 vom 30.06.2021, S. 159), zuletzt ber. ABl. L 65 vom 2.3.2023, S. 59), die zuletzt durch Verordnung (EU) 2024/795 (ABl. L 130 vom 10.05.2023, S. 1) geändert und durch Verordnung (EU) 2023/1676 (ABl. L2024/795, 29.2.2024) ergänzt worden ist.7. Landwirtschaftliche Parzelle: Landwirtschaftliche Parzelle im Sinne des § 3 Absätze 1 und 2 der GAPInVeKoS-Verordnung.
Anlassbezogene Kontrollen
§ 20 Anlassbezogene KontrollenAnlassbezogene Vor-Ort-Kontrollen oder Ex-Post-Kontrollen können jederzeit durchgeführt werden. Die jeweils zuständige Behörde geht Beschwerden, auch durch externe Personen, oder Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten nach und klärt diese auf.
Kontrollbericht
§ 21 Kontrollbericht(1) Über jede Vor-Ort-Kontrolle und jede Ex-Post-Kontrolle ist ein Kontrollbericht anzufertigen, der es ermöglicht, die vorgenommenen Kontrollschritte nachzuvollziehen. Der Bericht enthält insbesondere folgende Angaben:1. die überprüften nicht flächen- oder tierbezogenen Interventionen inklusive der Förderanträge und Zahlungsanträge,2. die an der Kontrolle beteiligten Personen,3. ob und gegebenenfalls wie lange im Voraus der begünstigten Person die Kontrolle angekündigt wurde,4. die Ergebnisse der Kontrolle,5. ob die begünstigte Person bei der Kontrolle anwesend war und6. sonstigen durchgeführten Kontrollmaßnahmen.(2) Die begünstigte Person erhält die Gelegenheit, den schriftlichen oder elektronischen Bericht während oder nach der Kontrolle zu prüfen sowie schriftliche oder elektronische Bemerkungen hinzuzufügen.
Sonderregelungen zur Kontrolle von LEADER-Interventionen
§ 22 Sonderregelungen zur Kontrolle von LEADER-Interventionen(1) Die Einhaltung des Auswahlverfahrens einschließlich der Anwendung der Auswahlkriterien nach § 15 Absatz 2 Nummer 3 wird von den lokalen Aktionsgruppen dokumentiert. Die Prüfung des Auswahlverfahrens erfolgt durch die jeweils zuständige Behörde.(2) Die LEADER-Aktionsgruppen erstellen jährlich einen Bericht über ihre Aktivitäten. Der Bericht ist der jeweils zuständigen Behörde vorzulegen. Form und Umfang des Berichts legt das Ministerium Ländlicher Raum fest.
Sonderregelungen zur Kontrolle der Technischen Hilfe
§ 23 Sonderregelungen zur Kontrolle der Technischen HilfeDas Ministerium Ländlicher Raum bestimmt geeignete Verfahren zur Verwaltungskontrolle der Technischen Hilfe, die nach Artikel 125 der VO (EU) 2021/2115 in Verbindung mit Artikel 94 Absatz 2 der VO (EU) 2021/2115 als Pauschalfinanzierung erstattet wird. Vor-Ort-Kontrollen werden nicht durchgeführt.
Berechnung der Zahlungen
§ 24 Berechnung der Zahlungen(1) Die Zahlungen werden auf der Grundlage der Beträge errechnet, deren Förderfähigkeit nach Abschluss aller Kontrollen festgestellt wurden.(2) Die jeweils zuständige Behörde prüft den von der begünstigten Person erhaltenen Zahlungsantrag und setzt die förderfähigen Beträge unter Berücksichtigung etwaiger zu verhängender Kürzungen und Sanktionen fest.
Reihenfolge der Abzüge
§ 25 Reihenfolge der AbzügeFür die jeweilige nicht flächen- oder tierbezogene ELER-Intervention sind zu verhängende Kürzungen und Sanktionen in der folgenden Reihenfolge anzuwenden:1. Kürzungen nach § 18 GAPRefG BW,2. Kürzungen und Sanktionen nach § 13 GAPRefG BW.
Anwendung von Regelungen aus Abschnitt 2 und 5
§ 26 Anwendung von Regelungen aus Abschnitt 2 und 5(1) Auf die Imkereiförderung finden die §§ 3 bis 7, 13 bis 15 Absatz 1, §§ 16 bis 21, sowie § 24 und § 25 entsprechende Anwendung.(2) Durch die Verwaltungskontrollen der Förderanträge wird sichergestellt, dass das Vorhaben mit den geltenden Vorgaben des Rechts der Europäischen Union, des nationalen Rechts und des GAP-Strategieplans, einschließlich der Vorschriften für die öffentliche Auftragsvergabe, für staatliche Beihilfen sowie sonstige verbindlichen Standards und Anforderungen, im Einklang steht. Bei den Verwaltungskontrollen wird insbesondere Folgendes überprüft:1. die Förderfähigkeit des Vorhabens und der begünstigten Person,2. die Einhaltung der Förderkriterien, Verpflichtungen und sonstiger Auflagen für das Vorhaben, für das Fördermittel beantragt werden,3. die Förderfähigkeit der Kosten des Vorhabens einschließlich der Einhaltung der Kostenkategorien oder der Berechnungsmethoden, die angewendet werden müssen, wenn das Vorhaben oder ein Teil davon in den Anwendungsbereich von Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 fällt und4. für in Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2021/2115 genannte Kosten die Plausibilität der geltend gemachten Kosten; diese wird anhand geeigneter Bewertungssysteme bewertet, insbesondere durch Referenzkosten, durch den Vergleich verschiedener Angebote, Markterkundungen oder den Bewertungsausschuss; die Plausibilisierung der Kosten ist bei kombinierten Förder- und Auszahlungsanträgen vor der Entscheidung über den Förder- und Auszahlungsantrag abzuschließen, andernfalls erfolgt diese im Rahmen der Verwaltungskontrolle des Förderantrags; das Ministerium Ländlicher Raum kann eine Mindestschwelle für die Plausibilisierung von Kosten festlegen.Im Falle der Anwendung vereinfachter Kostenoptionen nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 wird die Einhaltung der Vorschriften über die öffentliche Auftragsvergabe stichprobenweise geprüft. Das Ministerium Ländlicher Raum kann diesbezüglich Regelungen festlegen.(3) Verwaltungskontrollen der Zahlungsanträge umfassen insbesondere, soweit dies für den betroffenen Zahlungsantrag erforderlich ist, die Überprüfung1. eines Vergleichs des abgeschlossenen Vorhabens mit dem genehmigten Vorhaben,2. der angefallenen Kosten und getätigten Zahlungen oder sonstigen Nachweise, sofern diese nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2021/2115 geltend gemacht werden; eine strichprobenweise Prüfung der angefallenen Kosten und getätigten Zahlungen ist zulässig; das Ministerium Ländlicher Raum kann diesbezüglich einen Mindestumfang der zu kontrollierenden Stichproben festlegen,3. der bei der Anwendung der vereinfachten Kostenoptionen einzuhaltenden Zielerreichung und der korrekten Anwendung der Basisberechnung anhand geeigneter Nachweise des Begünstigten, sofern Kosten nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstaben b, c oder d der Verordnung (EU) 2021/2115 geltend gemacht werden und4. der Einhaltung der Verpflichtungen oder sonstigen Auflagen des geförderten Vorhabens.
Kennarten des artenreichen Grünlands und unzulässige Arten für Saatgutmischungen
§ 27 Kennarten des artenreichen Grünlands und unzulässige Arten für Saatgutmischungen(1) Die regionaltypischen Kennarten oder Kennartengruppen des artenreichen Grünlands der in § 20 Absatz 1 Nummer 5 GAPDZG genannten Öko-Regelung sind in Anlage 1 festgelegt.(2) Der Nachweis der Kennarten oder Kennartengruppen nach § 17 Absatz 3 Nummer 2 GAPDZV erfolgt mittels Sichtkontrolle, vorzugsweise vor der Nutzung des ersten Aufwuchses nach Maßgabe der folgenden Vorgaben:1. In jedem Schlagdrittel müssen mindestens vier dieser Kennarten oder Kennartengruppen nachgewiesen und dokumentiert werden,2. der Schlag wird entlang einer Diagonalen, bei Dreiecksform entlang der Seitenhalbierenden, durchschritten; Randstreifen von 3 Meter Breite sind auszuklammern,3. die verbleibende Wegstrecke ist in drei gleich lange Abschnitte zu teilen und4. jeder dieser drei Abschnitte ist im Bereich der seitwärts ausgestreckten Arme, beiderseits circa 80 cm, auf Kennarten beziehungsweise Kennartengruppen zu kontrollieren.(3) Abweichend von Anhang 1 zu Anlage 5GAPDZV sind die in Anlage 2 genannten Arten für Saatgutmischungen bei Blühstreifen oder Blühflächen für die in § 20 Absatz 1 Nummer 1 Buchstaben b und c GAPDZG genannten Öko-Regelungen nicht zugelassen.**)
Ausschlussgebiete für bestimmte Öko-Regelungen
§ 28 Ausschlussgebiete für bestimmte Öko-RegelungenAls Ausschlussgebiet für die in § 20 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe d GAPDZG genannte Öko-Regelung gelten die in Baden-Württemberg gelegenen und für das jeweilige Antragsjahr in den Fachdaten des Ministeriums Ländlicher Raum für die FFH-Mähwiesen hinterlegten, nach der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7, ber. ABl. L 95 vom 29.3.2014, S. 70), die zuletzt durch Richtlinie 2013/17/EU (ABl. L 158 vom 10.6.2013, S. 193) geändert worden ist, in der jeweils gültigen Fassung, kartierten FFH-Lebensraumtypen „Magere Flachlandmähwiesen- und Bergmähwiesen“ innerhalb und außerhalb von Gebieten gemäß der Richtlinie 92/43/EWG oder der Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7), die zuletzt durch Verordnung (EU) 2019/101 (ABl. L 170 vom 25.6.2019, S. 115) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung. Als Ausschlussgebiet gelten ebenfalls die für das jeweilige Antragsjahr in den Fachdaten hinterlegten Flächen der „Mähwiesen-Verlustflächen-Kulisse“.
Inkrafttreten, Übergangsregelung
§ 29 Inkrafttreten, Übergangsregelung(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2023 in Kraft soweit in Absatz 2 oder Absatz 3 nichts anderes bestimmt ist.(2) Abweichend von Satz 1 tritt § 27 Absatz 3 mit Wirkung vom 1. Januar 2024 in Kraft und gilt für die Aussaat ab dem Antragsjahr 2024.(3) Abweichend von Satz 1 findet § 10 Absatz 3 erst ab dem 17. Mai 2024 Anwendung, soweit er auf § 42a der GAPInVeKoSV verweist.
Würdigung von Verstößen nach § 13 GAPRefG BW
§ 3 Würdigung von Verstößen nach § 13 GAPRefG BW(1) Bei der Würdigung eines Verstoßes gegen Verpflichtungen oder sonstige Auflagen im Rahmen des § 13 Absatz 2 GAPRefG BW hängt1. das Ausmaß des Verstoßes insbesondere von den Auswirkungen des Verstoßes bei flächen- oder tierbezogenen ELER-Interventionen auf die Kulturgruppe und in den übrigen Fällen auf das Vorhaben ab;2. die Schwere des Verstoßes insbesondere davon ab, wie groß die Auswirkungen des Verstoßes unter Berücksichtigung der Ziele der nicht eingehaltenen Verpflichtungen oder sonstiger Auflagen sind;3. die Dauer des Verstoßes insbesondere davon ab, wie lange die Auswirkungen andauern und welche Möglichkeiten bestehen, diese Auswirkungen mit angemessenen Mitteln abzustellen und4. die Häufigkeit des Verstoßes davon ab, ob es sich um ein wiederholtes Auftreten des festgestellten Verstoßes handelt. Die Häufigkeit des Verstoßes ist dabei in Bezug auf maximal vier zurückliegende Jahre zu beurteilen, nicht aber in Bezug auf Jahre vor dem Beginn der aktuellen Förderperiode.(2) Verstöße gegen Vorschriften der öffentlichen Auftragsvergabe gelten als Verstöße gegen sonstige Auflagen.
Flächenidentifizierungssystem
§ 4 FlächenidentifizierungssystemDas System zur Identifizierung landwirtschaftlicher Parzellen stützt sich auf das Flurstück nach § 5 Absatz 1 Nummer 4 der GAPInVeKoS-Verordnung.
Mindestgröße einer landwirtschaftlichen Parzelle
§ 5 Mindestgröße einer landwirtschaftlichen Parzelle(1) Die Mindestgröße einer landwirtschaftlichen Parzelle, für die ein Antrag auf1. Einkommensgrundstützung nach § 4 GAPDZG,2. Umverteilungseinkommensstützung nach § 8 GAPDZG,3. Junglandwirte-Einkommensstützung nach § 13 GAPDZG oder4. Öko-Regelungen nach § 20Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c und Nummern 2 bis 7 GAPDZGgestellt werden kann, beträgt 0,1 Hektar.(2) Die Mindestparzellengröße für flächenbezogene ELER-Interventionen kann durch Verwaltungsvorschrift des jeweils zuständigen Ministeriums festgelegt werden.
Verbindung landwirtschaftlicher Parzellen
§ 6 Verbindung landwirtschaftlicher Parzellen(1) Landwirtschaftliche Flächen oder Flächen nach § 11 Absatz 1 Nummer 3 GAPDZV, deren Nutzungen nicht getrennt angegeben werden müssen, gelten als eine landwirtschaftliche Parzelle.(2) Nutzungen, die nicht getrennt angegeben werden müssen, werden durch das Ministerium Ländlicher Raum festgelegt.
Zusätzliche Angaben im Gemeinsamen Antrag
§ 7 Zusätzliche Angaben im Gemeinsamen AntragZusätzlich zu den Angaben nach § 21 Absatz 1 Nummer 7 der GAPInVeKoS-Verordnung haben die Antragstellenden im Gemeinsamen Antrag zu Zwecken der Kontrolle der Konditionalität anzugeben, ob Wirtschaftsdünger an Dritte abgegeben wird.
Verfahren zur Stellung und Kontrolle von Förderanträgen
§ 8 Verfahren zur Stellung und Kontrolle von FörderanträgenDas zuständige Ministerium bestimmt geeignete Verfahren für die Stellung eines dem Gemeinsamen Antrag vorgelagerten Förderantrags sowie diesbezüglich abzugebende Erklärungen und die in Bezug auf jeden Förderantrag durchzuführenden Verwaltungskontrollen sowie die gegebenenfalls durchzuführenden Vor-Ort-Kontrollen.
Anwendung der GAP-Direktzahlungen-Verordnung
§ 9 Anwendung der GAP-Direktzahlungen-Verordnung(1) Auf flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne der Artikel 70 und 71 der Verordnung (EU) 2021/2115 finden die §§ 3 bis 7, 12 bis 13GAPDZV entsprechende Anwendung. Abweichend von Satz 1 findet § 12 GAPDZV auf flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 70 der Verordnung (EU) 2021/2115 die Teil A der Landschaftspflegerichtlinie 2015 in der jeweils geltenden Fassung unterliegen, keine Anwendung.(2) § 8 GAPDZV findet auf flächen- oder tierbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 70 der Verordnung (EU) 2021/2115 und auf flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 71 der Verordnung (EU) 2021/2115 entsprechende Anwendung. Dies gilt jedoch nicht für flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 70 der Verordnung (EU) 2021/2115, die Teil A der Landschaftspflegerichtlinie 2015 in der jeweils geltenden Fassung unterliegen.(3) § 11 GAPDZV findet auf flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 70 der Verordnung (EU) 2021/2115 Anwendung mit Ausnahme der Interventionen, die Teil A der Landschaftspflegerichtlinie 2015 in der jeweils geltenden Fassung unterliegen. Auf flächenbezogene ELER-Interventionen im Sinne des Artikels 71 der Verordnung (EU) 2021/2115 findet § 11Absatz 1 Nummer 1, Nummer 2 Buchstabe b und Absatz 2 GAPDZV entsprechende Anwendung.
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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich ist der amtliche Text. Quelle: www.landesrecht-bw.de.