Klausur · Sehr schwer

Schabbat an Bord: Glaubensfreiheit, staatlicher Erziehungsauftrag und Befreiung von einer Schulfahrt

Anwaltsklausur Öffentliches Recht Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht Schulrecht

Sachverhalt

Ohlrogge & Trautwein

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte

Dr. Wiebke Ohlrogge, Fachanwältin für Verwaltungsrecht

Henrik Trautwein

Rothenbaumchaussee 118

20149 Hamburg

Telefon 040 – 44 19 06 22

Telefax 040 – 44 19 06 29

Unser Zeichen: OT 118/26

Hamburg, 24. März 2026

Verfügung

1. Gesprächsvermerk.

Heute erschienen in meiner Sprechstunde die Eheleute Rahel und Jonathan Sternheim, Isestraße 74, 20149 Hamburg, gemeinsam mit ihrer Tochter Noa, geboren am 4. Februar 2013. Frau Sternheim schilderte den Anlass wie folgt:

„Noa besucht seit August 2023 die Stadtteilschule Elbkamp in Wilhelmsburg und ist jetzt in der Klasse 7c. Die Schule führt seit elf Jahren ein maritimes Profil. Herzstück dieses Profils ist die Törnwoche des siebten Jahrgangs auf dem Gaffelschoner ,Elbfeuer‘, den die Segelkameradschaft Elbfeuer e. V. betreibt und der Schule für eine Woche im Jahr überlässt. In diesem Jahr fährt der Jahrgang von Mittwoch, dem 13. Mai 2026, bis Sonntag, dem 17. Mai 2026, von …

… nur die ersten 1.000 Zeichen sind hier öffentlich.

Lösung (Gutachten)

A. Mandantenbegehren

Die Mandanten haben kein rechtlich vorgeprägtes Ziel formuliert, sondern einen Wunsch: Ihre Tochter soll in der Woche vom 13. bis zum 17. Mai 2026 nicht an Bord des Schulschiffes sein müssen. Ein Anwalt hat dieses Anliegen zunächst auszulegen, und zwar so, wie es dem erkennbaren Interesse der Mandantschaft am besten entspricht.

Vorrangig wollen die Eheleute Sternheim erreichen, dass Noa von der Törnwoche insgesamt freigestellt wird und die Woche in der Schule oder zu Hause verbringt. Hilfsweise haben sie erklärt, dass sie sich mit einer Teilnahme abfinden könnten, wenn Noa vom Beginn des Schabbat am Freitag, dem 15. Mai 2026, um 21.16 Uhr bis zu seinem Ende am Samstag, dem 16. Mai 2026, um 22.47 Uhr von jeder Tätigkeit an Bord freigestellt würde, wenn sie getrennt von den Jungen ihrer Klasse untergebracht würde und wenn sie sich selbst verpflegen dürfte.

Damit stehen zwei Begehren nebeneinander, die sich nicht ausschließen, sondern im Verhältnis von Mehr und …

… die vollständige Musterlösung ist im juralernen.de-App-Modus freigeschaltet.

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Nicht-amtliche Wiedergabe. Maßgeblich sind die jeweils einschlägigen Gesetze und die aktuelle Rechtsprechung.