---
title: "Unterhalt nach Trennung: Wer zahlt was – und wie lange?"
canonical: "https://juralernen.de/blog/unterhalt-trennung-scheidung-ratgeber"
kind: "Blogbeitrag"
category: "Recht für alle"
language: "de"
description: "Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt: Wer wann wieviel zahlen muss, und wie sich Ansprüche realistisch durchsetzen lassen."
published: "2026-03-06T09:30:00+00:00"
updated: "2026-05-24T05:06:52+00:00"
reading_minutes: "4"
---

# Unterhalt nach Trennung: Wer zahlt was – und wie lange?

> Trennungsunterhalt, nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt: Wer wann wieviel zahlen muss, und wie sich Ansprüche realistisch durchsetzen lassen.

## Die drei Arten von Unterhalt

Nach einer Trennung gibt es nicht „den" Unterhalt – das deutsche Familienrecht unterscheidet drei Hauptkategorien:

1. **Trennungsunterhalt** (§ 1361 BGB): zwischen Eheleuten, vom Trennungstag bis zur rechtskräftigen Scheidung.
2. **Nachehelicher Unterhalt** (§§ 1569 ff. BGB): nach Scheidung, nur bei besonderen Bedarfsgründen.
3. **Kindesunterhalt** (§§ 1601 ff. BGB): Eltern für ihre minderjährigen und privilegierten volljährigen Kinder.

Dazu kommen Sonderformen wie der **Betreuungsunterhalt für nichteheliche Eltern** (§ 1615l BGB) und der **Verwandtenunterhalt**.

## Trennungsunterhalt – der Anspruch in der „Schwebezeit"

Mit dem Trennungstag entsteht der Anspruch auf Trennungsunterhalt. Er ist **stark eheähnlich**: Der wirtschaftlich schwächere Ehegatte hat Anspruch auf einen angemessenen Anteil am gemeinsamen Lebensstandard.

**Berechnung** (vereinfacht):

1. Bereinigtes Nettoeinkommen beider Ehegatten ermitteln.
2. Differenz bilden.
3. Davon **3/7** als Trennungsunterhalt (Erwerbstätigenbonus 1/7).

Wichtig: Der wirtschaftlich schwächere Ehegatte muss zunächst **keine Erwerbsobliegenheit** befürchten – im ersten Trennungsjahr darf er die bisherigen Verhältnisse aufrechterhalten. Danach steigt die Pflicht, sich zumindest teilzeit eigene Einkünfte zu verschaffen.

## Nachehelicher Unterhalt – die Ausnahme, nicht die Regel

Nach der Reform 2008 gilt der Grundsatz der **Eigenverantwortung** (§ 1569 BGB). Nachehelicher Unterhalt setzt einen konkreten **Unterhaltstatbestand** voraus, etwa:

- **Betreuungsunterhalt** (§ 1570 BGB): Solange ein gemeinsames Kind betreut wird, das die Erwerbstätigkeit erheblich erschwert (regelmäßig bis zum 3. Geburtstag des Kindes, danach Einzelfallprüfung).
- **Unterhalt wegen Alters** (§ 1571 BGB): Wenn vom Unterhaltsberechtigten keine Erwerbstätigkeit mehr erwartet werden kann.
- **Unterhalt wegen Krankheit** (§ 1572 BGB): Bei dauerhafter Erkrankung oder Erwerbsminderung.
- **Aufstockungsunterhalt** (§ 1573 Abs. 2 BGB): Wenn die eigenen Einkünfte zur Lebensbedarfsdeckung nicht ausreichen.
- **Unterhalt wegen Arbeitslosigkeit** (§ 1573 Abs. 1 BGB): bis zur zumutbaren Arbeitsaufnahme.

Viele Ansprüche sind zudem **zeitlich befristet** oder **der Höhe nach begrenzt** (§ 1578b BGB). Das Familiengericht entscheidet im Einzelfall, ob die Begrenzung billig ist.

## Kindesunterhalt – die Düsseldorfer Tabelle

Kinder haben grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt von beiden Eltern. Bei minderjährigen Kindern leistet der **Bareltern** den Unterhalt in Geld, der **Betreuende** durch Pflege und Erziehung (§ 1606 Abs. 3 BGB). Die Höhe orientiert sich an der **Düsseldorfer Tabelle**.

Die Tabelle ist gestaffelt nach:

- **Nettoeinkommen** des Unterhaltspflichtigen (10 Einkommensgruppen)
- **Alter des Kindes** (0–5, 6–11, 12–17, ab 18)

Aktuelle Mindestunterhaltsbeträge (Stand 2026, Werte können sich jährlich ändern) belegen das absolute Minimum. Hinzu kommt der **Mehrbedarf** und der **Sonderbedarf** (z. B. außergewöhnliche Krankheitskosten, Schullandheim).

Vom Tabellenbetrag wird in der Regel das **hälftige Kindergeld** abgezogen – beim Mindestunterhalt aber nur ein Teil.

## Volljährige Kinder in Ausbildung

Auch volljährige Kinder können Unterhalt verlangen, wenn sie sich in einer **angemessenen Ausbildung oder im Studium** befinden (privilegierte Volljährige bis 21 Jahre, danach in Ausbildung). Anders als bei Minderjährigen müssen **beide Elternteile** jetzt anteilig zahlen.

Das Eigeneinkommen des Kindes (BAföG, Werkstudentenjob) wird auf den Unterhaltsanspruch angerechnet, soweit es nicht für den **angemessenen Bedarf** verwendet werden muss.

## Selbstbehalt – das Existenzminimum des Pflichtigen

Der Unterhaltspflichtige darf nicht unter ein **Existenzminimum** rutschen. Aktuelle Selbstbehaltssätze (Stand 2026):

- Gegenüber **minderjährigen Kindern**: 1.450 € (Erwerbstätiger) / 1.200 € (Nicht-Erwerbstätiger).
- Gegenüber **anderen Berechtigten** (Ehepartner, volljährigen Kindern): höher.

Reicht das Einkommen nicht für den vollen Unterhalt, wird **gequotelt** (Mangelfall). In hartnäckigen Fällen sind die Gerichte hier streng.

## Kindesunterhalt durchsetzen: Schritte

1. **Vereinbarung** anstreben – schriftlich, am besten beim Jugendamt beurkundet (kostenlos, vollstreckbar).
2. **Beistandschaft** durch das **Jugendamt** – nimmt die Mutter/der Vater den Unterhaltsanspruch des Kindes wahr, kostenfrei.
3. **Unterhaltsklage** beim Familiengericht, wenn Verhandlungen scheitern.
4. **Vollstreckung** bei Nichtzahlung: Gehaltspfändung, Kontopfändung.
5. **Unterhaltsvorschuss**: Der Staat zahlt bis zum 18. Geburtstag vorübergehend, wenn der barunterhaltspflichtige Elternteil nicht zahlt.

## Auskunftsanspruch zur Einkommensermittlung

Für die Berechnung braucht der Berechtigte Auskunft über das Einkommen. Es besteht ein **gesetzlicher Auskunftsanspruch** (§§ 1605, 1580 BGB). Bei Selbstständigen ist das oft Streitthema – hier hilft notfalls die **Steuerunterlagen-Vorlage**.

## Häufige Streitpunkte

- **Selbstständige Einkünfte**: Der Pflichtige drückt das Einkommen klein. Bekämpft werden kann das mit Steuerberechnungen, Lebensstandard-Argumenten und ggf. **fiktivem Einkommen** (Gericht setzt ein objektiv erzielbares Einkommen an).
- **Karriere-Sprung nach Trennung**: Höhere Einkünfte nach der Trennung sind grundsätzlich bei der Unterhaltsbemessung zu berücksichtigen, soweit sie eheprägend gewesen wären.
- **Wiederheirat**: Beendet zwar grundsätzlich den nachehelichen Unterhalt (§ 1586 BGB), aber Vorsicht bei nicht-ehelichem Zusammenleben – der „Verfestigung" muss konkret nachgewiesen werden.

## Zusammenfassung

- **Drei Arten**: Trennungs-, nachehelicher und Kindesunterhalt.
- **Berechnung**: 3/7-Methode beim Ehegatten, Düsseldorfer Tabelle beim Kind.
- **Selbstbehalt** schützt das Existenzminimum des Pflichtigen.
- **Befristung** ist nach 2008er Reform die Regel beim nachehelichen Unterhalt.
- **Jugendamt und Beistandschaft** sind oft die schnellste Hilfe.
- **Frühzeitige Beratung** spart Streit und Kosten.

Unterhalt ist messbar und durchsetzbar – aber er erfordert Geduld und Dokumentation. Wer ruhig argumentiert und Belege sammelt, hat im Familienrecht regelmäßig die besseren Karten.

---

Kanonische URL: https://juralernen.de/blog/unterhalt-trennung-scheidung-ratgeber
Quelle: juralernen.de — Jura-Blog.
